Freiwilliger Kirchenchor Härtensdorf

Unter Kantor Paul Gerhardt wurde der Freiwillige Kirchenchor Härtensdorf im September 1900 gegründet. Erster Liedermeister war der Kantor selbst. Als Gründungslied wurde "Hab oft im Kreise der Lieben" ("Frisch gesungen" - Volksweise, Text v. A. v. Chamisso) ausgewählt. Die auch heute noch gebräuchliche Bezeichnung "Freiwillig" rührt davon her, dass damals die Gesangsvereine für ihre jeweiligen Dienste in der Kirche einen Obolus als Entschädigung erhielten, auf den der neu gegründete Kirchenchor freiwillig verzichtete. Jährlich wurden Sängerfeste ausgestaltet, die ihre Fortsetzung in der alljährlich stattfindenden Sommermusik und Adventsmusik (immer am 3. Advent) haben. In der Phase des Kirchenkampfes bezogen die Mitglieder des Freiwilligen Kirchenchores eindeutig Position für Pfarrer Riedel. Die damaligen Gemeindeveranstaltungen waren ohne Beisein des Freiwilligen Kirchenchores undenkbar. Im reichen Kirchenchorarchiv findet sich eine ganze Reihe von Werken des damaligen Kantors Petzold, die er für seinen Härtensdorfer Kirchenchor komponierte.

Der Freiwillige Kirchenchor Härtensdorf lädt gerne Gäste ein. Dazu gehörten schon Chöre des Clara-Wieck-Gymna siums Planitz, des Sandberggymnasiums Wilkau-Haßlau und der Mittelschule Wildenfels, sowie die Kirchenchöre aus Mülsen St. Niclas, Vielau, Friedrichsgrün, Schönau, Hartenstein und Wildenfels, die zu den Advents- und Sommermusiken gastierten.

Die Ausgestaltung von großen kirchlichen Festen wie auch ganz einfachen Gottesdiensten gehört schon von jeher zu den selbstverständlichen Aufgaben des Freiwilligen Kirchenchores. Einen ganz besonderen Dienst haben die Frauen des Kirchenchores, sie gestalten die Trauerfeiern ebenso wie Hochzeiten in der Härtensdorfer Kirche aus. Natürlich durfte und darf die Pflege der Geselligkeit nicht fehlen. Jedes Geburtstagskind erhält ein Ständchen gesungen und eine Rose überreicht. Am Sonntag Kantate wird die Treue langjähriger Mitglieder bei Jubiläen durch Urkunde und Rose öffentlich im Gottesdienst gewürdigt. Auch die Singstunden sind alles andere als tierischer Ernst. Jede Singstunde, in der nicht mindestens einmal kräftig gelacht wurde, ist irgendwie nicht richtig gelaufen.

Aller 10 Jahre wird im Rahmen einer großen Kirchenmusik der Gründung des Kirchenchores gedacht. Die Treue der Sangesbrüder und -schwestern von Härtensdorf ist schon fast sprichwörtlich. Zu einer guten Tradition entwickelten sich die Kirchenchorausfahrten, die alljährlich im Spätsommer stattfinden und allen Gemeindegliedern zur Mitfahrt offenstehen. Dabei wird immer der Besuch einer kleineren Kirchgemeinde mit Ausgestaltung des dortigen Gottesdienstes eingeplant. So gab es u.a. Besuche der Kirche des Diakonissenmutterhauses in Dresden, der Stadtkirchen in Mylau, Markneukirchen und Weißenstadt, der Gemeinden in Buchau, Mistelbach, St. Helena und in der Feiningerkirche Gelmeroda.

Zu einem absoluten Höhepunkt wurde die Fahrt in die Partnergemeinde Süderhastedt in Dithmarschen. Singstunden sind in der Regel dienstags 19.00 Uhr in der Härtensdorfer Pfarre. Zur Zeit singen mit zehn Soprane, sechs Altisten, zwei Tenöre und zwei Bässe. Die Leitung hatte immer der jeweilige Härtensdorfer Kantor. Wir spüren jedes Mal aufs Neue Gottes Segen, den er zu unserer Freude gibt.