Kurrende

Wie fast überall hier im Erzgebirge, so hat auch Härtensdorf eine Kurrende. Wie lange es schon in Härtensdorf diese Art Kinderchor gibt, ist nicht überliefert. Sicherlich gestalteten Kinder die gottesdienstlichen Feiern schon so lange aus, wie es Schulen hier in der Region gibt. Andeutungsweise erfahren wir von der Existenz von musizierenden Kindern aus dem Jahre 1675, als sich nämlich Härtensdorfer beschwerten, dass Diakonus Klaubart in ihrer Kirche nur die kleinen Kinder singen ließe, wohingegen im Schlosse vor der Herrschaft die Großen singen würden. Wie dem auch sei - Härtensdorf hat schon sehr lange eine eigene Kurrende. Diese Tradition wurde konsequent bis in unsere Tage fortgeführt.

Ein wesentliches Ereignis war der Besuch der Partnergemeinde im Norden. Dort sind Kurrendaner unbekannt. Als die Härtensdorfer Kurrendaner in ihren schwarzen Mänteln dort auftraten, kannte die Freude der Dithmarscher keine Grenze. Von Stund an vervielfachte sich die Zahl der Kurrendesänger. Im Augenblick singen 28 Kinder mit. Es gibt zwei Gruppen - die "Spatzen" von etwa vier Jahren an aufwärts und die "Lesetüchtigen" ab dem dritten Schuljahr bis hin zum Konfirmationsalter, die sich außerhalb der Schulferienzeiten donnerstags treffen.

Etwa aller zwei Jahre fliegt die Kurrende aus. Fahrten nach Prag, in den Saalburger Märchenwald, in ein Hallenbad oder nach Seiffen waren bedeutsame Erlebnisse ebenso wie die Kurrendetage der Ephorie. Die Härtensdorfer Kurrende kommt auf etwa 25 Dienste im Jahr, wobei die Weihnachtszeit einen ganz besonderen Höhepunkt darstellt. Das Singen im Dorf bei Alten und Kranken gehört ganz selbstverständlich mit dazu wie das Mitwirken bei den Kirchenmusiken.

Die größeren Kinder haben bei der Kurrende einen ganz besonderen Dienst, sie helfen den kleineren mit, in die Gemeinde hineinzuwachsen. So ist die Härtensdorfer Kurrende ein ganz besonderes Markenzeichen für Härtensdorf.